#4 Über Sonneberg, Meinungsfreiheit, Wasserstoffforschung und Bildungszentrum

29. Juni 2021

Der Landkreis Sonneberg und die Gespräche mit den Menschen dort, standen in dieser Woche im Mittelpunkt. Gerade war eine Meinungsumfrage des Allensbach-Instituts veröffentlicht worden, wonach 45 % der Deutschen meinen, man könne seine Meinung nicht mehr frei äußern. Annähernd 2/3 der Befragten sagten, man müsse aufpassen, zu welchen Themen man sich wie äußert. Meine Gesprächspartner in Sonneberg sahen das ähnlich. Mancher Ältere sagte, er sei 1989 nicht auf die Straße gegangen, um sich heute von jungen Linken den Mund verbieten zu lassen. Die Gastwirtin hatte noch „Zigeunerschnitzel“ auf der Speisekarte. Darauf angesprochen sagte sie, dass sie das Gericht nicht mehr anbieten wird, wenn sie gezwungen werde, die Bezeichnung zu verändern. Ich sehe die Entwicklung mit großer Sorge. Linke Aktivisten wollen uns vorschreiben, wie wir zu sprechen haben und dass wir uns zu bestimmten Themen wie Migration, Corona-Bekämpfung oder Klimapolitik längst nicht mehr so frei äußern können wie noch vor Jahren. Tut man es doch, wird man als Verschwörungstheoretiker, Rechtspopulist oder Nazi ausgegrenzt oder an den Pranger gestellt. Vielleicht ist mancher auch anderer Meinung, aber mir macht das Angst und vielen anderen auch. Ich möchte, dass jeder seine Meinung aussprechen kann, ohne dass Journalisten oder Politiker als moralische Schiedsrichter oder Henker auftreten. Eine Demokratie kann nur funktionieren, wenn jeder die Möglichkeit hat, ohne Angst vor Repressalien oder öffentlicher Demütigung sich frei äußern zu können.

Das Sonneberger Institut für angewandte Wasserstoffforschung, in dem ich zu Gast sein durfte, ist ein wissenschaftlicher Leuchtturm. Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Instituts wurde mir deutlich, welche Möglichkeiten die Wasserstofftechnologie bietet und wie enggeführt die politische Diskussion um erneuerbare Energien, Stromtrassen und Batterietechnik ist. „Grüner Wasserstoff“, durch regenerative Energien gewonnen, ist ein hervorragender Energiespeicher und oft eine echte Alternative zur Batterietechnik. Die Durchleitung von Wasserstoff durch bestehende Pipelines würde keine neuen Stromtrassen erfordern. In Sonneberg wird an der Verwendung von bestehenden Erdgaspipelines für den Transport von Wasserstoff gearbeitet.

Das SBBS ist die größte Bildungseinrichtung im Landkreis Sonneberg. Darauf kann man zu Recht stolz sein. Aber auch hier geht die Sparwut der großen Politik zu Lasten des ländlichen Raumes. Wenn wir einheitliche Lebensverhältnisse in Stadt und auf dem Land haben wollen, darf man nicht zulassen, dass Jugendliche eine normale Ausbildung wie Maurer oder Friseur nicht mehr im Landkreis erhalten können, sondern nach Meiningen oder sonst wohin fahren müssen. Ein generelles Problem ist der Mangel an Nachwuchs für Handwerk und technische Berufe. Das ist politisch leicht zu lösen, wenn man in Berlin oder Erfurt wollte: Stoppt die Akademisierung in Fächern, die nichts zu unserem Wohlstand beitragen. Das Handwerk, technische Berufe und die Landwirtschaft sind wichtiger als manche Tralala-Studien.

Am Freitag ging`s ins Bratwursthäusla in Oberlind. Ich mag Traditionen und die echte Sumbarcher Broudwörscht ohne Senf, die freundliche Art und den Dialekt der Sonneberger, der mich sehr an die oberfränkische Heimat meiner Tante erinnert.

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